Sonntag, 26. Januar 2014

'How I live now' - Endzeitdrama mit Saoirse Ronan

Seit „Abbitte“ ist Saoirse Ronan für mich ein 'den-Film-schau-ich-mir-an'-Garant. Das darf dann auch gerne eine Teenie-Romance wie „Seelen“ sein – is relativ egal, auch mittelmäßige Stories werden von den darstellerischen Fähigkeiten der jungen Irin getragen. „How I live now“ ist hier keine Ausnahme. Ronan brilliert als 16-jährige Daisy, die von Ihrem Vater aus den Staaten zur Verwandtschaft nach England geschickt wird. Rebellisch, im Punk-Look mit ein bisschen zu viel Eyeliner fährt sie aufs idyllische Land, wo die Welt noch in Ordnung scheint und man ohne Keimgefahr im wäldlichen Tümpel baden kann. Dort taut sie langsam auf – sowohl familiär als auch romantisch.
Bis ein lauter Knall dieses heile Intermezzo beendet und sich der binnen Sekunden fallende 'Schnee' als Asche einer nuklearen Explosion entpuppt.
„How I live now“ wird von leichter Kost zu düsterem Endzeitdrama – erzählt aus der Perspektive der Protagonistin. Wir wissen, was sie erlebt – mehr nicht. So erhalten auch wir keine Erklärung dafür, warum der Krieg ausbricht und was genau auf politischer oder militärischer Ebene vor sich geht. In der Diskussion zum Film wird dieser Punkt schnell zum großen Fressen für die Kritiker. Es wird lauthals nach Antworten und Erklärungen verlangt, die für die eigentliche Geschichte gar nicht nötig sind. In dieser bewussten Begrenzung begründet sich vielmehr die besondere Authentizität der Geschehnisse. Unterstrichen wird das Ganze von poetischen Bildern und einem interessanten Soundtrack.
Was ich mich jedoch frage, ist warum der Film im Vorfeld nur so bescheiden beworben wurde. Gerade im Windschatten der „Tribute von Panem“, wäre für diese auf einem Roman basierende Endzeitgeschichte mit jugendlicher Protagonistin sicher mehr drin gewesen – auch wenn sie einen anderen Weg einschlägt als die populäre Trilogie von Suzanne Collins.

„How I live now“ ist einnehmend, düster, schön, traurig, poetisch und erschütternd.
Und nicht zu vergessen: empfehlenswert.

Montag, 8. Oktober 2012

'The Expendables 2' - Old School-Action in Bestform ("Adriaaaaaaan!")

Sylvester 'Rocky' Stallone und ich – das ist eine ganz innige Liebesgeschichte. Wenn ich den Italian Stallion mit verblötschtem Auge „Adriaaaaan!“ schreien höre, wärmt es mir das Herz. Kein Wunder also, dass mich 2010 bereits „The Expendables“ zum glücklich glucksenden Groupie gemacht hat. Mit dem zweiten Teil habe ich heute zu gegebenem Anlass in meinen Geburtstag gefeiert – mit Stallone,Van Damme, Schwarzenegger, Willis und Co.
Klingt komisch? Is aber so.
Wenn sich das Action-Who is Who der 80er und 90er über die Leinwand ballert, fühl ich mich wieder wie der pubertierende Teenager, dessen Wochenend-Fernsehprogramm aus Rocky, Stirb Langsam, Time Cop und Terminator bestand.
Der Plot: Ein vermeintlich einfacher Auftrag kostet ein Mitglied der Expendables das Leben. Anführer Barney Ross (Stallone) und der Rest der Crew schwören Rache und jagen den Mörder (Van Damme) bis in eine Miene voller Plutonium.
So übertrieben die Story auch manchmal wirken mag – der Unterhaltungswert gleicht alles wieder aus. „The Expendables 2“ überzeugt durch seine äußerst hochwertige Optik und schnelle, nie eintönige Actionsequenzen. Hölzerne Dialogzeilen tragen so viel Selbstironie, dass man dem Gesamtwerk einfach nichts übel nehmen kann. Man füge dem Ganzen noch einen Gastauftritt von Chuck Norris hinzu und fertig ist das Old School-Action-Süppchen der Extraklasse.
Dabei hält sich der Film nicht an Vergangenem fest sondern überträgt altbewährtes ins Hier und Jetzt. Jungstar Liam Hemsworth macht sich gut als idealistischer Billy the Kid und Jason Stathams Kampfszenen sind genauso dynamisch und beeindruckend wie zu seinen besten „Transporter“-Zeiten.
Ein Action Blockbuster vom feinsten – mit retro-Charme und einer nie dagewesenen Darstellerliste.

Und Mr. Stallone kann in meinen Augen sowieso nichts falsch machen. Man nenne mich blind, einfältig oder geschmacksverirrt – es könnte mir nicht egaler sein.
In diesem Sinne „Adriaaaaaaaaaaan!“ und gute Nacht!

Sonntag, 23. September 2012

'Drive' – oder eine Ausarbeitung des 'The Departed'- What the f**k-Moments

Ich gebe es ja zu: Ryan Gosling war für mich ein sehr guter Grund diesen Film auf meine Watch-List zu setzen. Mr Gosling verkörpert in seiner Rolle des Driver die Attitüde und Haltung alter Leinwand-Helden wie James Dean oder Steve McQueen – und dann auch wieder nicht.
Denn „Drive“ wirkte auf mich wie eine Ausarbeitung des „What the f**k“-Moments, der den Zuschauer schon in Martin Scorseses 'The Departed' völlig unerwartet trifft. Und zu diesem Konzept gehört auch der komplexe Charakter des mysteriösen Driver – dessen richtigen Namen wir nie erfahren. Tagsüber arbeitet er als Stuntfahrer und Mechaniker. Nachts fährt er Fluchtwagen. Als Einzelgänger, mit notdüftig eingerichteter Wohnung, verbringt er den Großteil seiner Zeit hinter dem Steuer - und in Kontrolle. Erst als er seine Nachbarin (Carey Mulligan) und ihren kleinen Sohn kennenlernt, zeigt sich die wärmere Seite des distanzierten Fahrers. Doch die Verbindung zu der Kleinfamilie am anderen Ende des Flurs wird ihm zum Verhängnis als der Vater des Kleinen mit Schutzgeldschulden aus dem Gefängnis entlassen wird.

Ein geordneter Anfang weicht nach und nach dem Chaos eines einzigen, dummen Zufalls, der das metaphorische Kartenhaus zum Einsturz bringt. Wie der Driver selbst, verliert auch der Zuschauer die Kontrolle über die Handlung und die damit verbundenen Erwartungen. Man rutscht von einer Situation in die nächste und traut sich gar nicht darüber nachzudenken, ob das Ganze noch ein gutes Ende finden kann. 
Dabei glänzt der Film als Gesamtkunstwerk und war nicht umsonst für sein Sound-Editing Oscarnominiert. Ganz zu schweigen von dem herausragenden Soundtrack „A real hero“ von Electric Youth (http://www.youtube.com/watch?v=boFhHOjljs0).

Ein beeindruckender Mix aus Thriller und Drama, der erneut unter Beweis stellt, dass Gosling nicht nur verdammt gut aussieht, sondern auch aufopfernd und grandios gut spielt.

Sonntag, 16. September 2012

'Prometheus' - Große Erwartungen

„Prometheus“ - Das große, bahnbrechende Werk von Altmeister Ridley Scott, auf das nicht nur Sci-Fi Fans lange gewartet haben. Gespaltene Meinung zum Weltraum-Epos, der das Genre quasi neu definieren sollte, zeigten jedoch schon kurz nach dem Kinostart, wie schwierig es ist einem derartigen Hype auch gerecht zu werden. Das Problem ist nur: Die Macher selbst waren maßgeblich an den hohen Erwartungen beteiligt. Unzählige Marketingmaßnahmen kündigten einen der außergewöhnlichsten Science-Fiction Filme aller Zeiten an.
Und jetzt sitz ich hier an einem Samstagabend und denk mir...meh, ging so.
Dabei mag ich Filme. Auch die, die von Kritikern verrissen werden finden nicht selten ihren Weg in meine DVD-Sammlung. Doch manchmal beugt sich die eigene Meinung eben ganz automatisch der allgemeinen – weil es die einzig richtige ist.
Dabei kann der Film gerade visuell wirklich viel und auch Noomi Rapace ist seit der (schwedischen) Millenium-Trilogie bei mir ein gern gesehener Leinwand-Gast. Die Bilder sind von Beginn an atemberaubend und schinden ordentlich Eindruck. Hochglanz-Science-Fiction gepaart mit Hightech-Spielzeug vom Feinsten und einer interessanten Storyline.
Mein Problem: Die zweite Hälfte des Films wirkt amputiert und komplett anders als das Intro. Beginnt alles andächtig, mit großen Bildern und einem geheimnisvollen Planeten, bricht plötzlich der Wahnsinn aus. Schwarzer Schleim, Infektionen, weiße Schlangen-Dingsis und allgemeine Gruppenpanik zerstören die Dynamik von „Prometheus“ und lassen alles ein wenig hysterisch wirken. 
Ein Vergleich: Ein wohl-komponiertes, vielschichtiges Konzertstück mutiert via Knopfdruck zum chaotischen Heavy Metal-Track, der einem die letzte Stunde lang penetrant ins Gesicht schreit.
Ich bin enttäuscht. Nicht "Transformers 3"-enttäuscht aber ich hätt mir schon ein bisschen mehr versprochen.
Die Fortsetzung ist bereits angekündigt.
Wir werden sehen ober der Titel „Paradise“ diesmal hält, was er verspricht.

Sonntag, 9. September 2012

'The Cabin in the Woods' oder 'Joss Whedon - mein Held'

Joss Whedon rettet für mich die Welt – mit einer Serie/einem Film nach der/dem anderen. Der Mann steht für Innovation und originelle Ideen. Wer Joss Whedon ist? Die meisten kennen ihn als Schöpfer von „Buffy“ und dem damit verbundenen Buffy-verse inklusive Angel etc. Aber der Mann kann noch so viel mehr. „Firefly“ wurde mit nur einer Staffel zum absoluten Kult unter Sci-fi Fans auf der ganzen Welt. Mit „The Avengers“ wurde nun auch endlich der Mainstream hellhörig und dem Produzenten und Co-Autoren von „The Cabin in the Woods“ kommt langsam die Ehre zuteil, die ihm gebührt. Ich kann aus diesem Post keine Rezension zu letzterem Blockbuster machen, weil jedes Wort, das zum Film selbst gesprochen (oder geschrieben) wird im Grunde ein Wort zu viel ist. Je weniger man drüber weiß, desto überraschter ist man von einem der originellsten Filme den ich je gesehen hab. Als Teenieslasher vermarktet mit unglaublichem Twist, mit lustigen Stellen und absurden Wendungen, sollte man das Teil einfach auf sich wirken lassen.
Ich verneige mich vor Joss Whedon – meinem Helden.

Sonntag, 20. Februar 2011

'I officially got Black Swan-ed!'

So sieht der letzte Eintrag in meinem Twitter account aus. Nach all dem Rummel und der Lobpreisung von Natalie Portman, hab ich es endlich auf die Reihe gekriegt mir den 'Ballett-Film' über den alle Welt spricht auch zu Gemüte zu führen. Jetzt könnte ich natürlich versuchen, mich mit dem Rest der Menschheit anzulegen und rebellisch gegen den Strom zu schwimmen...aber warum sollte ich, wenn ich doch der selben Meinung bin? 'Black Swan' ist intensiv und verstörend. Wir erleben die Metamorphose der Protagonistin auf so vielen Ebenen, dass sogar Natalie Portman selbst zu einem völlig anderen Menschen zu werden scheint. Schizophrenie, Verfolgungswahn, Irrsinn – Der Laie kennt nur einen Bruchteil psychologischer Fachwörter und schmeißt sie nach diesem Film alle bunt in den Reaktionstopf. Ich verrate jetzt nicht mehr, denn dieser Film muss geschaut werden, um ihn wertschätzen zu können. Mich würde hingegen sehr interessieren, was professionelle Tänzer zu Frau Portmans Performance sagen. Das sah für mich nämlich tatsächlich so aus, wie ein Ballerina, die ihr Leben lang nichts anderes getan hat als sich auf den Zehenspitzen durch diverse Studios zu schlagen. Urteil der Profis? - Ich werde mich erkundigen. Der Glamour des Tänzerinnendaseins wird hier durch eine beklemmende Enge überschattet. Der Drang nach Perfektion und der Leistungsdruck machen 'Black Swan' genau so aus, wie die grandiosen Tanzszenen. Einziges Manko? Durch den ganzen Portman Bohei gehen die anderen Darsteller vor allem in puncto Promo ein wenig unter. Vincent Cassell und Winona Ryder dürften gerne etwas öfter im Zusammenhang mit Darren Aronofskys Film genannt werden. Gerade Herr Cassell ist meinerseits immer gern gesehen (und das nicht nur seit 'Die purpurnen Flüsse' sondern auch seit 'La Haine' ausm Französischunterricht!). Zumindest ist man überrascht wenn auf dem Bildschirm ein bekanntes Gesicht auftaucht. Außerdem freue ich mich persönlich für Ksenia Solo, die immer öfter in diversen Serien auftaucht und nun auch den Nebenrollensprung auf die große Leinwand geschafft hat. Und bei 'Black Swan' ist diese Leinwand SEHR groß! Letztendlich besteht für mich aber kein Zweifel, an wen der Oscar für die beste Hauptdarstellerin dieses Jahr gehen wird. Herzlichen Glückwunsch, Natalie Portman!

Dienstag, 8. Februar 2011

Burlesque...oder auch einfach nur CHER!

Christina Aguilera ist ja so ein Phänomen. Während ich natürlich nicht abstreite, dass die Frau singen kann, ist es trotzdem eine Kunst mit so viel Talent doch oft auch so unglaublich nervtötend zu sein. Man muss nicht jeden Ton kaputt jodeln und 'laut' ist nun mal nicht immer 'Bombe' sondern manchmal auch 'Boah, mach mal leiser'. Die liebe Frau A. versemmelt also schonmal mehr als nur die Nationalhymne beim Super Bowl. Daher auch mein Zwiespalt in puncto 'Burlesque'. Ich verehre Cher aber war mir nicht sicher, ob ich mir das jodelnde Popsternchen 2 Stunden geben kann ohne einen Hörsturz zu erleiden – mal ganz abgesehen von der Frage nach ihrem schauspielerischen Talent. Und was soll ich sagen? Wenn Frau Aguilera nicht Frau Aguilera spielt und sich an ein musikalisches Konzept halten muss, in dem manche Noten eben ohne Schnörkel gesungen werden, dann kann das Ganze schon ziemlich unterhaltsam werden. Performen kann sie ja nunmal und schauspielerisch war's auch ganz in Ordnung. Außerdem sah sie teilweise wirklich gut aus und sollte sich vom Visagisten vielleicht ein paar Make up Tipps holen, um als ihr wirkliches Ich nicht immer so unendlich angemalt auszusehen. Highlight ist und bleibt für mich aber nach wie vor Cher (Screw the Razzie Awards!). Auch wenn die Frau ihr halbes Gesicht nicht mehr bewegen kann, bin ich immer wieder auf's neue begeistert. Ja, eine Oscarperformance sieht vielleicht anders aus, aber so ein Teil hat sie ja schließlich auch schon. 'Last of me' hat nicht nur den Golden Globe als Best Original Song gewonnen sondern auch mein Herz – wenn ich hier mal im Klischee kitschen darf. Das Lied wird jetzt erstmal ein paar Wochen auf meiner Playlist geparkt (und läuft beim Verfassen dieses Eintrags auf repeat im Hintergrund). Hach ja, Cher. Für mich ja vergleichbar mit Sylvester Stallone. Und wer mich kennt, der weiß dass das nur positiv gemeint ist denn auch Herr Stallone hat bei mir n riesen (Anabolika)Stein im Brett (Oh ja, ich habe bei 'The Expendables' vor Freude gequiekt!). 'Rocky' wird auf immer einer meiner absoluten Lieblingsfilmcharaktere sein und ist der Beweis dafür, dass der Mann auch schreiben kann. Aber wir waren ja bei 'Burlesque'. Generell kann sich die Liste der Darsteller durchaus sehen lassen. Vor allem Stanley Tucci ist grandios und mir als Cher's schwuler bester Freund hundertmal lieber als als irrer Mörder in 'The Lovely Bones' (In meinem Himmel). Peter Gallagher ist nicht ganz so gefasst und gegelt wie in 'The OC' und Kristen Bell ist (zeitweise) unter die brünetten Alkoholiker gegangen. Alan Cummings Rolle ist überraschen klein und Cam Gigandet sieht man auch nicht oft als gutherzigen Barkeeper mit musikalischen Ambitionen. Alles in allem: CHER, eine erträgliche Christina Aguilera und enorm gute Performances in coolem Burlesque Stil. Eine Mischung aus Moulin Rouge und Coyote Ugly mit eine paar neuen Elementen...und nicht zu vergessen: Cher.

[Anmerk.d.Red. Hab ich Cher eigentlich schon erwähnt?]